Über mich

Als ich nach jemandem suchte, der mich rettet, musste ich lernen, dass nur ich selbst mich retten kann. Als ich nach jemanden suchte, der mich liebt, musste ich lernen, dass die wichtigste Lektion unseres Lebens beinhaltet, uns selbst zu lieben. Als ich nach jemandem suchte, der mir sagt wofür es sich zu leben lohnt, musste ich lernen, dass nur ich mir einen Grund zum Leben geben kann.
Es kommt alles zurück auf mich. Auf meine innere Stärke, meine Imagination, meine Gefühle, meinen Geist. Es ist eine lange Reise bis zum innersten Kern des Selbst. Nicht zu hassen, was du dachtest, seien deine Schwächen, sondern sie als wertvollen Teil von dir zu akzeptieren. Den Teil, der dein wahres Ich zeigt, es in etwas Schönes zu verwandeln.
Ich blute, ich fühle Schmerz. Wenn du mich verletzt, zertrümmerst du meine Welt für eine Weile. Aber siehe, es war immer ich, die darüber entschied, dass du mich verletzen kannst. Niemals würde ich zu jemandem werden wollen, der gar nichts fühlt. Solange ich die Schmerzen spüre, solange weiss ich, dass ich wahrhaftig lebendig bin. Deshalb habe ich keine Angst, im Sturm zu wandern und die Regentropfen auf mein Gesicht peitschen zu lassen. Aufzusehen und die von Blitzen erhellte Welt wirklich zu begreifen. Ich habe keine Angst mehr. Es ist alles Teil von etwas, das Grösser ist als ich. Ich gehe vorwärts, teile die Liebe, die ich in mir trage. Nimm sie oder lass es. Liebe ist im Überfluss vorhanden, also mach dir um mich keine Sorgen. Ich bin OK. Bin ich immer.
Ich könnte sagen, es tut mir Leid, dass ich ehrlich bin. Ich könnte mir denken, dass ich mich sozialen Normen unterwerfen soll, die sich für mich nicht richtig anfühlen. Weil … das machen die Leute doch, oder? Aber was ist das für ein Argument? Wenn man tiefer gräbt, wenn man die Höhle verlässt, dann sieht man vielleicht … Dass wir frei sind, die Welt so zu gestalten, wie wir wollen. Mut … Man sagte mir, dass ich mutig sei. Ich bin eine Kämpferin. Daher ist es natürlich für mich. Solange einige mutig voran gehen, solange werden andere vielleicht auch den Mut in sich selbst finden. Nur für diese kleine Chance lohnt es sich, es zu versuchen. Die Chance, einen Unterschied zu machen. Man kann zum Auslöser des Funkens in jemand anderem werden. Natürlich tragen wir alle Verantwortung für diejenigen, mit denen wir interagieren und ehrlich zu sein, heisst nicht, dass man andere verletzen darf, wie man will. Manchmal ist das, was du denkst, sei ehrlich, nur eine Reflektion deiner eigenen Unsicherheit. Aber es gibt Ehrlichkeit, die aus dem Willen kommt, Liebe und Verantwortung zu leben. Das versuche ich. Niemand hat gesagt, es werde einfach. Aber es ist mein Weg.
Manchmal fühle ich mich wie ein gerade erwachter Schmetterling, der sich immer noch nicht ganz sicher in seiner Umgebung fühlt. Der gerade erst lernt, wie man fliegt. Aber wenn ich es schaffe, dann fühlt es sich grossartig an. Ich mache einfach weiter, damit ich eines Tages fliegen kann, wann immer ich es mir wünsche.

Melody Aimée Reymond kam am 31. Oktober 1985 in Bern zur Welt. Nachdem sie Kinder- und Jugendjahre in der Region Solothurn verbrachte, studierte sie in Zürich Japanologie, Soziologie und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Dabei verbrachte sie ein Jahr in Kyoto und einen Winter in Alaska. Sie arbeitet als Leiterin im Online Marketing und lebt mit ihrem Mann und ihren Söhnen in Horw bei Luzern. Sie schreibt in verschiedensten Richtungen der Phantastik und bewegt sich im Grenzbereich zwischen Traum und Wirklichkeit. Ausserdem setzt sie sich für die Enttabusierung von psychischen Krankheiten ein und schreibt offen über ihr Leben mit einer bipolaren Störung.